Alle meine Waypoints: GPS-Tracker Geocoach 800 bei Neckermann und Amazon

Geolock 800

Normalerweise verabscheue ich jede Art von Technik beim Laufen. Bis auf meine Casio STR-300B-2VER Stoppuhr aus der Phys-Reihe kommt keinerlei Schnick-Schnack an meinen Körper. Als Andreas und ich uns jedoch das Blogprojekt in den Kopf gesetzt haben, war schnell klar, dass in Zukunft auch mal ein paar LĂ€ufe mit modernem Equipment stattfinden wĂŒrden. Da uns fĂŒr geeignete und ausfĂŒhrliche Testkriterien die Erfahrung fehlt, wollen wir euch lediglich Erfahrungsberichte anbieten. So, als wenn man seinen besten Freund fragen wĂŒrde: “Du, kannst du mir das GerĂ€t empfehlen?”, möchten wir die passenden Antworten liefern. Mundpropaganda eben.

Den Anfang macht der GPS-Tracker Geocoach 800 von Trelock.

Ein paar Info zur Verpackung: schwarzer Karton (etwa 21 x 15 x 7 cm), der Frontdeckel lĂ€sst sich aufklappen und darunter…tĂ€tĂ€tĂ€tÀÀÀ: ein erster Blick auf die GerĂ€te. Im Lieferumfang enthalten sind:

Zum Test sollte eine 10 km Strecke dienen, die zuvor mit dem Rad ausgemessen wurde. So schnappte ich mir zunĂ€chst eines der dĂŒnnen Heftchen mit der Aufschrift “Quick Started Guide”. Auf 20 Seiten werden die gesamten Funktionen des GC 800 erlĂ€utert. Das andere Heft zĂ€hlt gerade mal 12 Seiten und befasst sich mit der Mapping Software, ĂŒber welche spĂ€ter die aufgezeichneten Waypoints dargestellt werden können.

ZurĂŒck zum ersten Heft: mein Interesse liegt erstmal nur darin, wie ich das Ding zum Laufen bekomme. Taste XY in offener Outdoor-Umgebung lĂ€nger als 2 Sekunden drĂŒcken – aha – kann losgehen! So schnĂŒrrte ich mir zunĂ€chst das 110 g schwere EmpfangsgerĂ€t mit dem mitgelieferten Armgurt um den Arm (bzw. lies mir dabei helfen) und brachte dann die mit 50 g angenehm leichtere Uhr am Handgelenk an.

Sodann ging es vor die TĂŒr, o.g. Knopf gedrĂŒckt und – gewartet. “Gut”, dachte ich mir, “dass ist dein erster Lauf mit so einem GerĂ€t – das dauert bestimmt 2-3 Minuten”. Jawoll, es dauerte sogar 4-5 Minuten und es passierte immer noch nichts! Rechts und links keine BĂ€ume/HochhĂ€user/sonstwas. Ich bin sogar auf den Deich gegangen! Egal was ich tat, kein Signal. Das EmpfangsgerĂ€t blinkte und suchte, fand aber leider keinen Satelliten. Da ich mir von dem Teil meinen tĂ€glichen Laufspaß nicht verderben wollte, lief ich dann einfach mal los. Nach ca. einem Kilometer dann die Überraschung – PIEP - Signal! Auf einmal zeigte das EmpfangsgerĂ€t Daten an. Schnell drĂŒckte ich an der Uhr die Taste zum Empfang der Daten des EmpfangsgerĂ€tes. Von nun bekam ich die Daten in Echtzeit aufs Handgelenk: Anzahl gelaufene Kilometer, aktuelle Geschwindigkeit, Koordinaten, Höhenunterschied uvm. So lief ich dann die 10 km und reizte den Geocoach 800 ein wenig aus. Als ich mit dem Tempo spielte, also schneller und langsamer lief, kam das GerĂ€t leider nicht so ganz mit. Am meisten wunderte ich mich, als ich enorm erhöhtes Tempo lief, und das GerĂ€t bis zu 20 Sekunden lang noch eine Geschwindigkeit von 14 km/h anzeigte. Das GerĂ€t habe ich zuvor auf einen Ortungsintervall von 1 Sekunde eingestellt, somit mĂŒssten die Daten meiner Meinung nach genauer sein. Die momentane Laufgeschwindigkeit ist mir jedoch relativ egal. Ich berechne ausschließlich nach jedem Lauf die Durchschnittsgeschwindigkeit und dafĂŒr reichen bekanntlich Gesamtzeit und Kilometer.

Viel interessanter finde ich die Anzahl gelaufener Kilometer. Diese Funktion wĂŒrde mich bei einem solchen GerĂ€t sehr reizen und sollte daher auch möglichst genau sein. Der GC 800 hatte zum GlĂŒck bis auf das angesprochene Startproblem keine weiteren SignalschwĂ€chen und konnte somit bis zurĂŒck vor die HaustĂŒr messen. Den fehlenden Kilometer vom Beginn rechnete ich einfach auf die gemessene Distanz mit drauf. So kam das TestgerĂ€t auf eine Gesamtdistanz von 9,7 km. Zur Erinnerung: mit dem Fahrrad wurden 10 km ausgemessen. Eine etwas großzĂŒgige Messung in Google Earth ergab eine LĂ€nge von 9,8 km. Damit schrammt der Geocoach 800 gerade einmal 100 m an Google Earth und 300 m an der Radmessung vorbei. Meiner Meinung nach ist das ein recht akzeptables Ergebnis.

Nach dem Lauf ging es dann an die Auswertung. Der PC-Link (sieht aus wie ein etwas zu groß geratener USB-Stick) wird schnell von XP erkannt und ist mittels der Treiber CD auch fix installiert. Großer Nachteil des GPS-Trackers: keine Mapping-Software im Lieferumfang! Stattdessen findet sich auf der RĂŒckseite der Verpackung ein Hinweis “Useful Internet Resources”. Dort steht dann der Link zur Mapping-Software. Da mir diese nicht wirklich zusagte und Google Earth eh das Maß aller Dinge ist, wollte ich auch direkt den Google-Weg gehen. Der mitgelieferte GPS Data Extractor liest die Waypoints schnell aus, sodass man folgende Ansicht vorliegen hat:

GPS-Daten vom Extractor

Die extrahierten Waypoints liegen im nmea-Datenformat vor. Leider kann Google Earth hiermit nichts anfangen. Kurz gegooglet und siehe da: der (kostenlose!) nmea2ge-Konverter von Dirk Haase. Hiermit sind die Daten schnell ins kml-Format umgewandelt. Tolle Funktion des Konverters: hat man die Waypoints mehrerer LĂ€ufe der letzten Tage aus dem GPS-Tracker geladen, kann nmea2ge die Waypoints nach Datum splitten. Dadurch erhĂ€lt man fĂŒr jeden einzelnen Lauf die exakten Daten und kann diese einzeln in der Map darstellen lassen. Großes Lob an den Autor! Nach dem Konvertieren kann die kml-Datei direkt per Doppelklick geöffnet werden und Google Earth stellt die gelaufene Strecke exakt dar.

Zugegeben: das erste Mal mit so einem GPS-Tracker ist ziemlich ungewohnt. Vor allem die doch etwas umstĂ€ndliche Kombi von Receiver am Arm und Uhr am Handgelenk stört beim Laufen. Schnelleren LĂ€ufern, die locker eine Durchnschnittsgeschwindigkeit von 12-14 km/h halten, werden aufgrund des Zusatzgewichtes wohl wenig Freude mit diesem GerĂ€t haben. Durch die schnelleren BewegungsablĂ€ufe bei LĂ€ufern kann es zudem zum Verrutschen des Armgurtes kommen, sodass hier ein nerviges Nachjustieren stattfinden kann. FĂŒr Jogger und Nordic Walker hingegen kann ich mir dieses GerĂ€t sehr gut vorstellen. Bei geringerer Geschwindigkeit sitzt das EmpfangsgerĂ€t doch sehr gut am Arm. Die Messgenauigkeit liegt im akzeptablem Rahmen, die Darstellung in Google Earth klappt, ĂŒber den Umweg mit dem Konverter, auch problemlos.

Alles in allem also ein recht solides GerĂ€t fĂŒr den Jogger und Walker (auch Wanderer und Radfahrer könnten hiermit ihre Freude haben), dass fĂŒr 139,99€ momentan bei Amazon und Neckermann zu haben ist.

Update: ELV bietet es momentan fĂŒr 99€ an.

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Kommentare

2 Kommentare zu “Alle meine Waypoints: GPS-Tracker Geocoach 800 bei Neckermann und Amazon”

  1. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1markus
    Januar 5th, 2008 21:28

    Schade, dass das Ger te keine Pulsuhr hat.

  2. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1RNNR.DE | speed.distance.web2.0
    MĂ€rz 8th, 2008 01:37

    [...] unter 100 zu haben. Wer eine g nstige GPS-Alternative zur Forerunner-Serie sucht, sollte sich den Bericht von damals am besten nochmal reinziehen. Die Basics hatte das Teil ja bekanntlich drauf (GPS-Daten aufzeichnen [...]

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